Am Samstag fand sich eine kleine Delegation von Unihockeyinteressierten zusammen, welche unseren ersten international transferierten Spieler in dem fremden Strasbourg unterstützen wollten. 

Unser Starspieler Remo Bösiger absolviert zurzeit ein Austauschsemester in Lille, was ihn jedoch nicht abhält den Chnebu in die Hand zu nehmen. Bei dem Phoenix Floorball Club hat er einen Verein gefunden, welcher in der höchsten französischen Liga angesiedelt ist. Dass sich mit dem Grenzübertritt auch einiges an der Sportart ändert, war der Delegation zuerst nicht bewusst.

In Frankreich wird ausschliesslich Grossfeldunihockey praktiziert. Dies stellte Bösiger vor einige Herausforderungen. Besonders die ersten beiden Saisonspiele setzten dem Talent aus Derendingen zu. Er habe zwei Trainings absolviert und reiste danach bereits an sein erstes Spiel mit dem neuen Club.

Dadurch, dass Unihockey in Frankreich (noch) eine Randsportart darstellt, verwundert es nicht, dass auch die Organisation etwas anders aussieht. Ähnlich wie im Kleinfeldunihockey in der Schweiz finden sich an einem Wochenende vier Mannschaften an der Austragungsstätte ein, von welchen dann jeweils zwei Spiele ausgetragen werden - eines am Samstag und eines am Sonntag. Dies macht in Anbetracht des Reiseweges auch Sinn. Der Match begann um 15:00 Uhr und die Mannschaft aus Lille machte sich bereits um 05:30 Uhr auf den gut 500km langen Weg, um den einheimischen Strasbourg Sentinelles zu zeigen wie man Grossfeldunihockey spielt.

Strasbourg Sentinelles : Phoenix Floorball Club

Aufgrund eines Desserts, dass man sich einmal auf der Zunge vergehen lassen muss, traf der vierköpfige Unterstützungstrupp aus Derendingen erst in der 5. Spielminute am Ort des Geschehens ein (Danke Tilo dafür). Da stand es bereits 0:1 für die Phoenixe. Wie man von der ebenfalls angereisten Familie Bösigers vernahm, schoss unser Talent das erste Tor. Nachdem ein Plätzchen auf der Derendingertribühne gefunden wurde, verfolgten alle gespannt das Geschehen.

Auffällig war, dass die Schiedsrichter unterschiedliche Stulpen trugen. Man liess sich erklären, dass die Schiedsrichter jeweils Spieler aus den anderen Teams seien, welche ausgelost und dann mit Pfeiffe und roter Karte ausgestattet werden. Ebenfalls fiel auf, dass die Teams jeweils nur aus 10 Feldspielern bestanden. Anscheinend mussten einige noch arbeiten und reisten erst am Abend an.
Dadurch lassen sich auch die Probleme Bösigers erklären: "Do geisch druf am Afang, wenn immer wotsch Vougas go". Anzubringen ist hier, dass im zweiten Spiel des Tages eine Grossfeldmannschaft! mit nur 7 Spielern angereist war. Bei uns würde man "Sibesieche" dazu sagen.

Durch alle die interessanten Beobachtungen geriet das eigentliche Spielgeschehen fast ein bisschen in den Hintergrund und somit ist es schwierig das Spiel wirklich zusammenzufassen. Die Phoenixe hatten zu jedem Zeitpunkt das Zepter in der Hand und dominierten den Gegner durchs Band. Doch wie hat sich unser Bösiger geschlagen? Nun er spielte sehr gut und verhielt sich in gewohnter professioneller Manier. Mit 2 Toren und 4 Assists ist er (wie immer) einer der Spielmacher im französischen Club.

Endstand 2:13 für den Phoenix Floorball Club

Nachdem auch der zweite Match des Tages gespannt beobachtet wurde machte man sich auf, um nicht die klassische Küche Frankreichs zu testen. Bei Burger und Black Angus Fleisch liess man den Tag ausklingen, bevor sich die Equipe aus Derendingen sich von der Familie und Bösiger verabschiedete und wieder die Rückreise antrat.

Einen Tag mit vielen Eindrücken gilt es nun in einem Fazit noch für die faulen Leser zusammenzufassen:

  • Schiessen kann eigentlich so keiner wirklich.
  • Bösiger legt dem Topscorer so ziemlich jedes Tor auf.
  • Stockschläge kann man in Frankreich in allen Facetten studieren.
  • Die Pausenmusik in Frankreich ist schrecklich.
  • Das Niveau der Nationalliga A in Frankreich ist höchstens dem Niveau der 2. Liga GF in der Schweiz gleichzusetzen.
  • Man muss nicht gross gewachsen sein im Unihockey (Ein Spieler bei den Phoenixen ist 150cm gross).
  • In Strasbourg trinkt man irgendeine bierähnliche Plörre.
  • Restaurants öffnen in Strasbourg erst um 19:00 Uhr.
  • Schienbeinschoner werden auch im Unihockey getragen.

In diesem Sinne: Allez Phoenix FC et bonne chance pour les autres matches! 

SATUS Derendingen