Der älteste Uniho.Nachwuchs glänzt an den Schweizermeisterschaften in Mellingen und darf sich (Vize-Vize-) Meister nennen. Während man sich im Halbfinal in einem taktisch hochstehenden Spiel nur knapp dem späteren Schweizermeister aus Bäretswil geschlagen geben musste, gelang im kleinen Final dann die äusserst verdiente Revanche gegen Eschenbach.

Als Schreiberling muss man Distanz bewahren. Oftmals stehen sich Objektivität und Subjektivität (oftmals gewollt) jedoch auch bei den Profis im Weg, was man mitunter in den grossen Tageszeitungen tagtäglich sehen kann. Boulevard- oder Sensationsjournalismus nennt man das. Was also derart prominent im BLICKpunkt der Öffentlichkeit steht, kann für den Uniho, in diesem Fall speziell deren Junioren A, nur gut genug sein. Aus diesem Grund beschränken wir uns auf eine kurze Zusammenfassung der Spiele (selber schuld, wer nicht dabei war! ?) und versuchen danach, das vergangene Wochenende und die gesamte abgelaufene Saison in einer Art und Weise Revue passieren zu lassen, die der fantastischen Leistungen und Entwicklungen etwas gerechter zu sein versucht. Man muss sich in unserem Sport schliesslich selber auf ein Podest stellen (deshalb unter anderem auch der pompöse Auftritt mit dem Reisecar).

Mit einem Punkt Vorsprung auf den letztjährigen Vize-Schweizermeister aus Nuglar sicherte sich Derendingen den Gruppensieg. Am Finalturnier, welches mangels schweizweiten Juniorenteams auch gleich die Schweizermeisterschaften darstellte, traf man in der Gruppenphase auf Laupen und Eschenbach. Der 4:3-Sieg gegen Laupen war verdient. Auch, wenn es der der Uniho gegen Ende nach einer zwischenzeitlichen 4:1-Führung nochmals unnötig spannend machte. Im zweiten Spiel gegen Eschenbach agierten die jungen Wilden aus Derendingen für einmal plötzlich etwas kopflos und unkonzentriert. Dies hatte zur Folge, dass teils hochkarätigste Chancen ungenutzt verstrichen, während dem individuell durchaus starken Gegner auf der anderen Seite Mal für Mal (zu) viel Platz gelassen wurde. Mit der resultierenden Niederlage kassierte sich Derendingen «nur» auf dem zweiten Gruppenrang und konnte dem Halbfinalduell mit Bäretswil – im Vorfeld richtigerweise als stärksten Gegner eingestuft – nicht aus dem Weg gehen.
Dass sich Derendingen jedoch auch gegen ein Kaliber wie Bäretswil keineswegs verstecken muss, bewies man am Sonntag eindrücklich. Zugegebenermassen (wie aber geplant) war das Spiel kein Augenschmaus, doch bereits nach kurzer Spieldauer hatte Derendingen den Gegner da, wo man ihn haben wollte: Nahe am Rande zur Verzweiflung. Hochkonzentriert wurde die vorgegebene Taktik stets konsequent, mit Herzblut und geradezu meisterhaft umgesetzt. Nur durch eine äusserst unglückliche Situation (das ist Sport und kann’s geben Dennis!) musste in den Schlussminuten vom Game-Plan abgewichen werden, was dem Gegner Raum für Konter und Tore eröffnete.
Im kleinen Final traf man erneut auf Eschenbach. Dieses Mal aber mit dem Unterschied, dass «Eschi» vor allem in der ersten Halbzeit regelrecht «zerpflückt» wurde. Schnell führte man mit vier Längen Vorsprung und der letztendliche 6:2-Sieg war mehr als verdient. Ziel erreicht: 3. Bestes Team der Schweiz!
Soviel zum sportlichen Geschehen. Das wirklich Erfreuliche folgt jetzt.


Was ich (und der gesamte Coaching-Staff) hier besonders nochmals erwähnen möchte, sind einige Punkte, die uns regelrecht umgehauen haben. Ungeachtet des Resultats gegen Bäretswil war es schön zu sehen, wie abgeklärt und intelligent unsere Jungs gegen Bäretswil aufspielten. Jeder einzelne Spieler – egal ob auf, oder auch neben dem Feld – war sich seiner Aufgabe bewusst und führte diese unaufgeregt, konsequent und leidenschaftlich aus. Die vorgegebene Taktik wurde zu 150% angenommen und zu 200% umgesetzt. Das Vertraue in sich selbst, seine Mitspieler und letztendlich auch in den (zusammengewürfelten) Trainerstab beeindruckte uns zutiefst. Dass unser Gegner (insbesondere deren Captain – notabene 1. Liga-Leistungsträger und eines, wenn nicht das grösste Talent auf dem Kleinfeld) bereits nach wenigen Spielminuten haderte, lamentierte und verzweifelte, zeigte, dass wir nicht nur spielerisch alles richtiggemacht haben, sondern gemeinsam als Team dem Gegner über weite Strecken überlegen waren. Diese Einstellung wird euch noch ganz weit bringen. Nicht nur im Unihockey, sondern im gesamten Leben!
Eine weitere Säule zum Erfolg war der unbändige Siegeswille gepaart mit der Entwicklung, die ihr innert kürzester Zeit an diesem Wochenende nochmals gemacht habt. Zwar waren die Auftritte auch am Samstag bereits konzentriert und hoch motiviert, jedoch blockierten uns eine latente Unsicherheit und ein noch zu ausgeprägter Individualgedanke. Das Feuer war zwar allemal da, doch es loderte noch vor sich hin. Am Sonntag dann brennte Derendingen lichterloh. Denn während andere Teams nach zwei harten Tag und der knappen Niederlage im Halbfinal am Boden zerstört gewesen, konntet ihr die nötige Energie daraus schöpfen. Angefangen beim erneut überragenden – und für uns besten Goalie des Turniers – Michael Ziegler, der vor und nach den Spielen stets die richtigen Worte fand, über Frohnatur «Pesche», der die Mannschaft von der Bank aus leidenschaftlich und emotional unterstützte bis hin zum Trainergespann um Hubmann/Bösiger – letzterer kam am Sonntag direkt von einer Südostasienreise nach Mellingen und verfolgte das Geschehen von der Tribüne aus – trug jeder seinen Teil dazu bei, die Revanche gegen Eschenbach perfekt zu machen. Diese Liste könnte - ja müsste! - auf jeden einzelnen Spieler ausgeweitet werden, doch bereits dieser kleine Ausschnitt zeigt, dass es an diesem Wochenende und in dieser Saison nur ein Ziel und ein Team gab. In meiner Unihockey-Laufbahn habe ich schon so einiges gesehen, doch dieser Spirit unserer A-Junioren ist wahrhaft einzigartig!
Gänsehaut aufgrund der Lernbereitschaft der Spieler, Gänsehaut während den Motivationspsalmen vor dem Spiel, Gänsehaut durch die Reaktionen auf schwierige Situationen während dem Spiel und nicht zuletzt Gänsehaut beim Feiern jedes einzelnen Tores.


Um zu einem Schluss zu kommen, möchte ich mich nochmals dafür bedanken, an diesem Wochenende dabei sein und dabei vollstes Vertrauen geniessen zu dürfen. Ich möchte mich bei den mitgereisten Eltern und Fans bedanken und beim Verein, der grosszügig den Reisecar und das Apero spendiert hat. An solche Wochenenden werden wir uns alle noch lange erinnern und diese Momente sind letztendlich der Grund, wieso wir Unihockey und vor allem für diesen Verein spielen. Für einige geht mit dieser Endrunde die Zeit bei den Junioren vorbei, einige werden den Verein vielleicht verlassen und wieder andere, die zumindest spielzeitmässig diese Saison noch etwas hintenanstehen mussten, bekommen nächste Saison die Gelegenheit, auch auf dem Feld eine Leader-Rolle einnehmen zu können. Für das grosse Ganze seid und wart ihr alle sowieso schon Stars! Und denkt daran: Mit dem dritten Schlussrang seid ihr das mit Abstand erfolgreichste Junioren-Team der Derendinger-Vereinsgeschichte!
Die Schlussworte überlasse ich unserem Ehrenfan und Podestschleicher Ivan Glauser: «Das isch dr füdliblutt wahnsinn gsi!»

SATUS Derendingen