In vielen Sportarten reicht eine Saison mit nur einer Niederlage und einem Unentschieden locker für einen Titel. Im Falle der A-Junioren vom Unihockey Derendingen war dies allerdings nicht der Fall. Bis zum Ende mussten sie kämpfen, um den ärgsten Verfolger Nuglar United auf Distanz zu halten. Nach 15 Spielen war es ein einziger Punkt, der den Ausschlag zum Erfolg gab und den Derendingern den ersten Gruppensieg einer Juniorenmannschaft seit acht Jahren bescherte.
Bereits damals waren es die A-Junioren, das ist die älteste Juniorenstufe im Kleinfeld-Unihockey, welche den Pokal mit nach Hause nehmen durften. Viele dieser Spieler sind zu Stützen der ersten Mannschaft geworden. Ein Ziel, das sicherlich auch viele der aktuellen A-Junioren verfolgen.

Bevor der Blick auf diese zukünftigen Ziele gerichtet wird, gilt es aber gegenwärtige Ziele zu verfolgen. Am Wochenende vom 14. Und 15. April steht nämlich die Endrunde an. Es ist dies das Zusammentreffen aller Gruppensieger der A-Junioren, dementsprechend wird um den Schweizer Meistertitel dieser Altersstufe gespielt.

Die Mannschaft um die Head Coaches Tilo Hubmann und Remo Bösiger bereitet sich akribisch auf dieses Wochenende vor. Die Zeit ist zwar knapp, aber trotz der äusserst erfolgreichen Saison kann das eine oder andere Rädchen noch gedreht werden. Durch die aktuelle, Studiumsbedingte Abwesenheit von Remo Bösiger springt mit Fabian Winistörfer der A-Trainer der kommenden Saison als zweiter Coach in die Bredouille. Er wird die Mannschaft ebenfalls begleiten und kennt, wie es auch Remo Bösiger tut, das Gefühl, an einer Endrunde teilzunehmen. Sie waren beide ein Bestandteil dieser erfolgreichen Mannschaft von vor acht Jahren. Es zählt dies zu einem ihrer vielen Erfolge, welche sie in Derendingen bereits feiern konnten. Dazu gehören auch zwei Aufstiege, welche sie in den Herren-Mannschaften miterleben durften. Zu dieser Zeit spielte Tilo Hubmann äusserst erfolgreiches Grossfeld-Unihockey. Mit Wiler-Ersigen konnte er sowohl in der Altersstufe U16, als auch in der Altersstufe U18 je einen Schweizermeistertitel feiern, lief später für die U18 von Unihockey Langenthal-Aarwangen (ULA) als Captain auf und feierte dort einen Gruppensieg, bevor er bei ULA zweimal mit der U21 Playoffs bestritt und auch in der Nationalliga B auflief. Diverse Knieverletzungen und Operationen beendeten seine Aktivkarriere, aber auch als Trainer macht Hubmann eine äusserst gute Falle.

Das ungleiche Duo Bösiger/Hubmann hat die Mannschaft vor knapp vier Jahren übernommen. Während Bösiger ein Bachelorstudium als Wirtschaftsingenieur absolviert, arbeitet Hubmann als Key Account Manager und ist angehender Verkaufs-/Marketingleiter. Der besonnene, ruhige, akribische Taktiker Bösiger und der impulsive, gesprächige und manchmal laute Hubmann ergänzen sich in einer wunderbaren Weise. Dies ist sicherlich eines ihrer Erfolgsrezepte. Im Interview spricht Hubmann auch über die Entwicklung, welche die Mannschaft in den vergangenen Jahren durchgemacht hat. Intensives Training, eine hohe Trainingsanwesenheit und die richtige Einstellung der Spieler zählt er zu den Kernpunkten einer erfolgreichen Mannschaft. Er sagt aber auch, dass sie viel Arbeit vorfanden, als sie diese Mannschaft übernahmen: «Wir hatten viel zu hohe Erwartungen an die Mannschaft. Wir mussten den Spielern erst einmal beibringen, wie man den Stock richtig in den Händen hält, bevor wir unser System einspielen konnten. Auch in disziplinarischer Hinsicht hatten sie viel zu lernen, die Erwartung einer hohen Trainingsanwesenheit, sowie auch die Einführung eines Bussenkatalogs waren für die Jungs Neuland.»

Dass zu einer Mannschaft mehr als nur das gemeinsame Training und die gemeinsamen Spiele gehören, macht durchaus Sinn. Dennis Kiener, der auf die aktuelle Saison einen Transfer von Lohn nach Derendingen wagte, spricht darüber, wie sich auch ausserhalb der Turnhalle Freundschaften gebildet haben: «Am Anfang war es schon etwas schwierig, ich war aber froh, dass mein Freund Alex Elsässer zusammen mit mir nach Derendingen kam. Mittlerweile fühlt es sich an, als sei ich schon immer ein Teil dieser Mannschaft. Wir gehen auch zusammen in den Ausgang und waren zu Dritt am Autosalon.»

Ein Kollektiv, das auch neben dem Platz funktioniert. Auch die weiteren Gesprächspartner sehen im Zusammenhalt der Mannschaft einen wichtigen Faktor. Topscorer Maurice Bucher sieht neben dem Zusammenhalt die Freude, Coaches und Intensität der Trainings und Spiele als die Dinge, welche ihre Mannschaft ausmachen. Captain Nick Hostettler: «Wir haben bei 0 begonnen vor drei Jahren, doch jetzt sind wir auf einem sehr guten Weg. Es ist einfach toll, in diesem Team zu sein und eine Ehre, dieses als Captain anführen zu dürfen.» Ein weiterer Faktor für die hervorragenden Leistungen ist die starke Defensive. Einzig der STV Mellingen liess die Gegner weniger Tore erzielen, als es die Derendinger in dieser Saison taten. Ein wichtiger Bestandteil der Verteidigung ist der Torhüter. Mit Michael Ziegler haben die Derendinger einen sehr starken ersten Torhüter. Er sieht den Grundstein der starken Verteidigung in der guten Kommunikation: «Jeder kämpft für jeden. Die Kommunikation zwischen Torhüter und Feldspielern funktioniert äusserst gut.» Auch die Coaches sind stolz auf ihre starken Statistiken und streichen die hervorragende Verteidigung immer wieder heraus. Eine starke Defensive wird auch an der Endrunde entscheidend sein; die beiden Gegner vom Samstag an der Endrunde (SC Laupen und UHC Eschenbach) sind nämlich offensivstarke Mannschaften. Die Laupener erzielten in 18 Spielen 189 Tore, die Eschenbacher 185. Damit stehen sie im nationalen Ranking auf den Plätzen drei und vier, von den sechs Gruppensiegern haben sie sogar die besten beiden Offensiven. Die starken Gegner sorgen aber keineswegs für Panik bei den Trainern. Nach dem Training am Ostersamstag werden noch Osterhasen verteilt, und der Coach hält eine kurze Anrede. Keine Angst soll an den Tag gelegt werden, viel mehr soll die Mannschaft zeigen, was sie kann und Freude daran haben. An einem Turnier mit kurzer Eingewöhnungszeit, wo zwei Spiele darüber entscheiden, ob man um den Titel oder nur um die Ehrenplätze spielt, ist alles möglich. Es messen sich die besten Mannschaften des Landes – und mittendrin eine mutige Truppe junger Derendinger, die eine äusserst konstante und starke Saison gespielt haben.

Auf die Unterstützung ihrer Eltern, Freunde und Bekannten sowie den Satus Derendingen können sie sicherlich zählen. Das wird ein unvergessliches Wochenende für diese eingeschworene Einheit.

SATUS Derendingen